Two-Night-Stand in Hürth
Am Ende lässt er die Mandoline vielleicht doch zu Hause. Zu den beiden Konzerten, die Kölsch-Kabarettist, Musiker und Komponist JP Weber alias „Die Flitsch“ am Wochenende im Jazzkeller Hürth gibt, bringt JP Weber stattdessen die Jazzgitarre mit. Außerdem im musikalischen Gepäck: Kollege Michael Kuhl an Trompete, Flügelhorn und Ventilposaune. Weber hat das Programm des Duos als einen „One-Night-Stand“ angekündigt – eine im eigentlichen Wortsinne einmalige Bühnenaufführung. Dabei könnte man angesichts der zwei Konzertabende, die in der gemütlichen Spielstätte des Jazzclubs stattfinden, auch von einem „Two-Night-Stand“ sprechen.
Schlagfertige Einlage
„Wohlklingende Musik von Nat King Cole bis Miles Davies – Mainstream-Jazz, der Song-Charakter hat“, so hat Weber das Programm im Vorfeld selbst beschrieben. In der Tat bildet das sangbare Element die Klammer, unter der sich an den zwei Abenden ganz unterschiedliche Stücke sammeln. So etwa „Du… (bess die Stadt)“ von den Bläck Fööss in einer intimen Balladen-Fassung im Dialog zwischen Gitarre und gedämpfter Trompete. Oder Charlie Chaplins unsterblicher Filmmusik-Klassiker „Smile“ („Modern Times”, 1936) – von Michael Kuhl „op Kölsch“ und wohltuend ohne irgendwelche karnevalistischen Mätzchen gesungen. Daneben gibt es Jazz-Nummern wie „Georgia On My Mind“ (Hoagy Carmichael), ein Stück, zu dem Weber eine ganz besondere Beziehung hat. Er singt es mit rauchiger Stimme und einer gehörigen Portion Blues. Kleines Zeichen der Solidarität
Eine elegante Fassung des Roadsongs „Route 66“ (Bobby Troup) – mit Weber als Sänger – gehörte genauso zum Programm wie Gerald Marks’ „All Of Me“, in dem Kuhl mit samtener Stimme seine Crooning-Qualitäten unter Beweis stellt. Die Black-Fööss-Hymne „En unserem Veedel“ präsentieren die beiden Musiker im zärtlichen Austausch von Gitarre und Trompete als Jazz-Ballade, in der die musikalische Qualität der Komposition umso deutlicher wird.
„Wir kommen gerne wieder!“
Kein Wunder, wenn es am Ende des Abends lautstarke Zugaben-Forderungen gibt. Die Musiker liefern auch „Loss mer singe“ als große Schluss-Nummer. Im Anschluss an das allererste Konzert im Jazzkeller im September 2022 war Weber sichtlich glücklich, obwohl es gar nicht so leicht gewesen sei, nach 17 Jahren Abstinenz wieder in die Rolle als Jazz-Musiker hineinzufinden. „So etwas geht auch nur, wenn man den richtigen musikalischen Partner neben sich auf der Bühne stehen hat“, versicherte er damals beim Gespräch in der Garderobe. „Michael ist genau das. Und ich möchte hinzufügen: Wir kommen gerne wieder!“ Und dieses Versprechen lösen sie am 07. und 08 Oktober ein.
Eintritt 25€, Reservierung über info@jazzclub-huerth.de zwingend erforderlich, Eintritt nur mit Reservierung!